M. Daum, E. Drewelow, Alexander Seifert, K. Gerullis, B. Völlm, I. Kilimann, S. Teipel & O. Biernetzky (2025)
Hintergrund
In der partizipativen Forschung geht es darum, Menschen mit gelebter Erfahrung aktiv in den Forschungsprozess einzubeziehen, um damit die Relevanz und die Qualität der Forschung zu verbessern. Eine Herausforderung besteht darin, nachhaltige Strukturen zu schaffen, um die Beteiligung Betroffener zu erleichtern und bisher unterrepräsentierten Patientinnen- und Patientengruppen (z. B. Menschen mit Demenzerkrankungen) einen Zugang zu ermöglichen. Im Rahmen der Etablierung eines Betroffenenbeirates führten wir eine quantitative Erhebung durch, um die Rahmenbedingungen für die Teilnahme von Menschen mit Demenz und deren Angehörigen zu untersuchen.
Material und Methoden
Wir befragten 266 Teilnehmende der Seniorenakademie Rostock schriftlich oder online. Zentrale Themenfelder waren dabei Vorkenntnisse und Einstellungen zu partizipativer Forschung sowie die Bereitschaft und notwendigen Rahmenbedingungen für eine solche Beteiligung in der Forschung. Die Datenauswertung erfolgte anhand deskriptiver Darstellungen sowie bivariater Analysen.
Ergebnisse
Der Rücklauf lag bei 35 % (92 Teilnehmende). Nur 9 % der Befragten hatten zuvor an einem partizipativen Forschungsprojekt teilgenommen. Dennoch fanden 82 % das Thema mindestens „sinnvoll“ und 59 % würden sich an partizipativer Forschung beteiligen. Nahezu alle Befragten erklärten sich bereit, mindestens eine Stunde pro Woche Unterstützung zu leisten und erwarteten dafür eine Aufwandsentschädigung in Höhe des gesetzlichen Mindestlohns oder darunter.
Schlussfolgerung
Seniorinnen und Senioren aus dem akademischen Umfeld sind bereit, an wissenschaftlichen Forschungsprojekten mitzuwirken. Teilnehmende können unter praxisnahen Rahmenbedingungen in die Demenzforschung eingebunden werden.
https://doi.org/10.1007/s11553-025-01256-x (Gratis als PDF)
