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Wohnen und Soziale Arbeit

Verdichtetes Bauen, ökologisch und sozial nachhaltige Sanierungsprozesse, selbständiges Wohnen im Alter, der Ausbau ambulanter Hilfen zur Erziehung, die Umsetzung der UN-BRK, ungleiche Wohnbedingungen des Aufwachsens und der Alltagsbewältigung oder aktuell die Folgen von Corona auf Kinder und andere an die Wohnumgebung gebundene Personen – das sind Beispiele für aktuelle wohn- und gesellschaftspolitische Herausforderungen. Die Soziale Arbeit ist gefordert, sich darin als Disziplin und Profession zu verorten.

Jeder Mensch wohnt. Anspruchsvoll wird es oft, wenn Wohnen mit Sozialer Arbeit zu tun hat, etwa in stationären Einrichtungen oder auch in ambulanten Settings beim Betreuten/Begleiteten Wohnen, bei Hausbesuchen, im Bereich von Wohnungs-/Obdachlosigkeit etc. Dort kommt es zu einer Überlagerung von als privat (Wohnräume) und öffentlich (Institutionen, Organisationen) konnotierten sozialen Räumen. Damit treffen Praktiken, die kulturgeschichtlich gesellschaftlich als privat konnotiert sind, auf einen öffentlich verfassten Kontext von Erziehung, Hilfe, Unterstützung oder Begleitung, aber auch Kontrolle und Intervention.

Für die Soziale Arbeit ist es wichtig, sich im Querschnittsthema «Wohnen und Soziale Arbeit» reflektiert und theoriebasiert zu positionieren. Sonst läuft sie Gefahr, mit individualisierenden Konzepten wie der ‚Wohnfähigkeit‘ strukturelle Problemlagen an den Individuen zu bearbeiten und zu pathologisieren. In der neuen Fachkommission «Wohnen und Soziale Arbeit» der SGSA arbeiten Praktiker*innen und Forschende ergänzend zu den bestehenden Fachkommissionen zusammen an folgenden Zielen:

  • Vernetzung von Professionellen und Forschenden im Feld Wohnen und Soziale Arbeit (Schweiz sowie international).
  • Einordnung des Themas im Kontext aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen.
  • Wohnen als Querschnittsthema der Sozialen Arbeit über verschiedene Handlungsfelder und verschiedene Methoden hinweg und zeitlich kontinuierlich systematisch in den Blick nehmen.
  • Theoretische Fundierung und Reflexion des Verhältnisses von Wohnen und Sozialer Arbeit.
  • Reflexionen über die Rolle Sozialer Arbeit im Feld Wohnen im Kontext von gesellschaftlichen, (wohnungs-) politischen und fachlichen Herausforderungen/Spannungsfeldern.
  • Präsentation und Diskussion brennender Fragen aus der Praxis sowie von Forschungsergebnissen im Feld Wohnen und Soziale Arbeit.
  • Fachlicher Austausch in Form von unterschiedlich ausgelegten Workshops, Tagungen (theoretischer, methodischer Art sowie Fragen der Professionalisierung, Wissenstransformation, Wissenstransfer).

Kontakt:
Miriam Meuth (UZH)


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