[Call] [SGSA-SSTS] SGSA-SSTS Kongress 2027 / Congrès SGSA-SSTS 2027 (02.-03.09.2027, Lausanne) (bis/jusqu’au 31.01.2027)

SGSA-SSTS Kongress 2027 | Ansätze, Theorien und Methoden. Soziale Arbeit von morgen denken.
Kongress der Schweizerischen Gesellschaft für Soziale Arbeit SGSA-SSTS 2027 in Zusammenarbeit mit der HES-SO
Allgemeiner Call

Die neuere Fachliteratur zur Sozialen Arbeit umfasst zahlreiche Werke, die sich auf unterschiedliche Weise mit der Systematisierung, Präzisierung und kritischen Reflexion der in diesem Feld zur Anwendung kommenden Theorien, Modelle, Praktiken und Methoden befassen (De Jonckeere, 2010 ; Thole, 2012 ; Lambers, 2023 ; Payne, 2024 ; De Robertis, 2018 ; Stimmer, 2020 ; Spatschek & Kreft, 2023 ; Galuske, 2023 ; Keller, 2026).
Diese Fähigkeit, die Theorien und Methoden der Sozialen Arbeit zu beschreiben, zu hinterfragen und weiterzuentwickeln, wie auch die Möglichkeit, das methodische Handeln der Sozialen Arbeit aus einer generalistischen Perspektive zu erläutern, hat zur Etablierung der Sozialen Arbeit als Disziplin und als Profession beigetragen und tut dies auch weiterhin (Lorenz, 2008 ; Dominelli, 2009). Im Schweizer Kontext und als Forschungsgegenstand steht diese Fähigkeit zudem im Mittelpunkt des wissenschaftlichen Projekts der Sozialen Arbeit (beispielsweise Sommerfeld, 2019 ; Colombo, 2024 ; Repetti, 2025).
Vor dem Hintergrund dieser allgemeinen Perspektive möchte diese Ausgabe des Kongresses der Schweizerischen Gesellschaft für Soziale Arbeit Gelegenheit bieten, darüber nachzudenken, wie Fachleute diese Theorien, Methoden oder „Techniken” im Rahmen ihrer Tätigkeit anwenden, aber auch über die Entwicklung dieser Anwendungsformen und über Innovationen. Hängt dies mit den Besonderheiten der Zielgruppen zusammen? Mit institutionellen Vorgaben? Mit Entwicklungen in der Ausbildung? Mit Veränderungen des sozialen oder gesellschaftlichen Kontexts? Mit der Einbeziehung von Forschungsergebnissen? Mit institutionellen Geschichten? Mit neuen Beziehungen/ Kooperationen mit den Zielgruppen? Wie werden „Wirksamkeit“ oder „Relevanz“ der Ansätze in den verschiedenen Bereichen Sozialer Arbeit verstanden? Ist das, was heute die Einheit der Sozialen Arbeit ausmacht, ähnlich dem, was sie vor 30 Jahren ausmachte?
Dieser Kongress möchte somit die Methoden und Ansätze hinterfragen, die heute im Bereich der Sozialen Arbeit angewendet und gelehrt werden. Welche Techniken werden angewandt oder welche Ansätze vertreten, und nach welchen Modellen werden die Interventionen gestaltet? Wie wird die Wahl der einen oder anderen Methode bestimmt? Welche Werke oder Autor*innen bilden die Grundlage für die soziale Intervention in den verschiedenen Bereichen der Sozialen Arbeit? Mehr noch: Wenn Malcolm Payne – weitgehend gefolgt von anderen Autor*innen – drei Arten von Theorien unterschieden hat, die in der Sozialen Arbeit zusammenwirken, nämlich 1) „über die Ziele der Sozialen Arbeit“, 2) „über die Art und Weise, wie Soziale Arbeit geleistet wird“, und 3) „über die Zielgruppen der Sozialen Arbeit“, wie sieht dann die Verbindung zwischen diesen Theorietypen aus?
Die Literatur zu Methoden geht in der Tat kaum auf die Verknüpfung spezifischer Methoden mit verschiedenen Zielgruppen ein. In der Arbeit mit Migrant*innen, älteren Menschen, Personen in Bewährungssituationen, im Bereich des Kinderschutzes und in der Arbeit mit Menschen mit Beeinträchtigung oder mit Menschen, die sich artikulieren können oder auch nicht, stehen zweifellos nicht dieselben Theorien oder Methoden im Vordergrund. Mit dieser Fragestellung nach der Spezifität der Methoden je nach Zielgruppe möchte dieser Kongress die Möglichkeit methodischer Modelle hinterfragen, die der Sozialen Arbeit eigen sind und unabhängig von den institutionellen Kontexten sind, in denen sie ausgeübt wird, und die über eine Romantisierung der Sozialen Arbeit hinausgehen, die im Wesentlichen auf der Qualität einer starken zwischenmenschlichen Unterstützungsbeziehung beruhen würde. Wie können Methoden, die Besonderheiten der Zielgruppen, aber auch die institutionellen Kontexte bei der Intervention gemeinsam berücksichtigt werden? Wie können die Methoden, die Besonderheiten der Zielgruppen, aber auch die institutionellen Kontexte in der Praxis gemeinsam berücksichtigt werden? Und wie lassen sich in der Professionalität Sozialer Arbeit Aspekte des Alltäglichen, die von Begegnung, Spontaneität, Herzlichkeit, aber auch Kreativität geprägt sind, berücksichtigen?
Über die internationale Definition Sozialer Arbeit hinaus, die wenig Aufschluss darüber gibt, was eigentlich geschehen soll, wenn Soziale Arbeit stattfindet, möchte dieser Kongress daher Gelegenheit bieten, über die Methoden nachzudenken, die heute in den verschiedenen Tätigkeitsbereichen der Sozialen Arbeit zum Einsatz kommen.
Dafür wurden vier Themenbereiche definiert:
- Sozialstaat und soziale Institutionen: Soziale Arbeit ist in staatliche Politik und rechtliche Rahmenbedingungen eingebettet und wird meist in verschiedenen Einrichtungen mit spezifischen Aufgabenbereichen ausgeübt. Dieser Schwerpunkt möchte untersuchen, wie sich die Veränderungen des Sozialstaats, wie beispielsweise neue Formen der öffentlichen Verwaltung, auf die Soziale Arbeit auswirken, d. h. inwiefern sie die Möglichkeit einschränken, bestimmte Ansätze oder Methoden anzuwenden: Wie verändern die Umgestaltungen des Sozialstaats, der öffentlichen Politik oder des sozialen Kontexts die Möglichkeit, diese oder jene Interventionsmethode umzusetzen? In gleicher Weise stellt sich die Frage, wie institutionelle oder organisatorische Rahmenbedingungen (die Tatsache, dass Soziale Arbeit in öffentlichen Verwaltungen, privaten gemeinnützigen oder privaten gewinnorientierten Organisationen geleistet wird) die Art der Sozialen Arbeit beeinflussen, die umgesetzt werden kann? Allgemeiner betrachtet und mit Blick auf die Umsetzung sozialpolitischer Massnahmen: Wie werden die Mittel und Methoden der Umsetzung festgelegt? Von wem, auf welche Weise und nach welchen Kriterien? Wenn die politischen Entscheidungsträger meist Ziele festlegen (strategische Ebene) und eine Weltanschauung über die Rolle der Sozialen Arbeit vertreten oder formulieren, welchen Handlungsspielraum haben dann die Fachkräfte der Sozialen Arbeit bei der Wahl der konkret anzuwendenden Methoden? Erfordern die aktuellen Kontexte neue Ansätze oder Methoden?
- Zielgruppen der sozialen Arbeit, ihre Entwicklung und ihre Partizipation: Dieser Themenbereich befasst sich mit der Verknüpfung zwischen Methoden und spezifischen Zielgruppen, aber auch mit methodologischen Entwicklungen und Innovationen im Zusammenhang mit dem Wandel oder der neuartigen Beteiligung der Zielgruppen. Wenn Migrant*innen, ältere Menschen und Kinder im Bereich des Kinderschutzes heute nicht mehr auf dieselbe Weise begleitet werden wie vor 20 Jahren, was lässt sich dann über diese Entwicklungen, ihre Ursachen und ihre Auswirkungen sagen? Ist aus historischer Perspektive eine Annäherung oder eine Divergenz der in den verschiedenen Interventionsbereichen angewandten Methoden zu beobachten?
- Ausbildung in Sozialer Arbeit und Professionalisierung: Dieser Themenbereich befasst sich mit der Vielfalt des heutigen Bildungsangebots an Hochschulen für Soziale Arbeit, wobei davon ausgegangen werden kann, dass diese Vielfalt sowohl auf unterschiedliche disziplinäre Verankerungen, verschiedene Arten der Interpretation der sozialen Realität und der Konstruktion sozialer Problemstellungen als auch auf die jeweilige Definition des Auftrags der Sozialen Arbeit zurückzuführen ist. Angesichts der grossen Vielfalt an Theorien zur Praxis Sozialer Arbeit stellt sich die Frage, welche Instrumente Studierenden und Praktiker*innen zur Verfügung stehen, um zu entscheiden, welche Theorien sie in ihrer Praxis anwenden? Wie tragen Berufsverbände oder andere Akteure zur Entwicklung oder Förderung neuer Methoden bei? Inwiefern bereichert bzw. verkompliziert die Frage der Interprofessionalität die Ausbildung von Sozialarbeitenden? Und welchen Stellenwert sollte dem Kontext oder der jeweilige Situation sowie den zwischenmenschlichen und individuellen Aspekten bei der Intervention beigemessen werden? Wie lässt sich die Rolle der Methoden reflektieren, ohne gleichzeitig die Handlungsweisen der Sozialarbeitenden zu berücksichtigen und dabei intuitivere, körperliche und emotionale Aspekte sowie Spontaneität, Kontakt und Kreativität ausser Acht zu lassen?
- Forschung in und für die Soziale Arbeit: Ein letzter Themenbereich befasst sich speziell mit der Forschung im Bereich der Sozialen Arbeit. Inwiefern kann die Forschung Theorien und Interventionsmethoden bereichern und wie trägt sie zur Professionalisierung der Sozialen Arbeit bei? Aber auch wie kann die Praxis Methoden und Theorien bereichern? Auf welche Weise lassen sich Fortschritte aus der Forschung in die Praxis Sozialer Arbeit übertragen und wie können sie dort umgesetzt werden? Wer sind die Akteure dieses Dialogs und welche Rolle können Studierende der Sozialen Arbeit dabei spielen? Dieser Themenbereich kann auch Fragen zur Suche nach evidence-based practices in der Sozialen Arbeit und zu den Grenzen eines solchen Vorhabens aufwerfen. Im weiteren Sinne soll dieser Themenbereich Anlass bieten, über den Stellenwert und die Art der Forschung nachzudenken, die in den Studiengängen an Hochschulen für Soziale Arbeit angeboten wird.
Neben dem allgemeinen Call haben drei Fachkommissionen der SGSA-SSTS einen eigenen Call veröffentlicht.
Call der Fachkommission « Theorie »
Die Soziale Arbeit ist in der Schweiz als Profession und wissenschaftliche Disziplin anerkannt (De Jonckheere, 2013; Grand, 2021; Libois & Bolzman, 2014; Rullac, 2012; Sommerfeld, 2010). Die Anerkennung als Disziplin bestätigt sich durch die Ausbildung in Sozialer Arbeit auf Hochschulniveau, für deren Kohärenz die SASSA (Schweizerische Konferenz der Fachhochschulen für Soziale Arbeit), in einem gewissen Ausmass sorgt, sowie durch die Schweizerische Gesellschaft für Soziale Arbeit, welche als Mitglied der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften anerkannt ist. Ein Blick auf die Studiengänge der verschiedenen Hochschulen für Soziale Arbeit in der Schweiz genügt jedoch, um festzustellen, dass eine grosse Heterogenität hinsichtlich der in der Ausbildung herangezogenen Theorien besteht (Borrmann, 2016; Keller, 2019; Staub-Bernasconi, 2010; Tabin, 2013).
Im Anschluss an den allgemeinen Call des Kongresses lässt sich die Hypothese aufstellen, dass die Vielfalt der in der Sozialen Arbeit gelehrten und herangezogenen Theorien „sowohl auf unterschiedliche disziplinäre Verankerungen, Interpretationsansätze der sozialen Wirklichkeit und der Konstruktion sozialer Probleme als auch auf die vorherrschende Definition des Auftrags der Sozialen Arbeit zurückzuführen ist“. Hinzu kommt der Multikulturalismus der Schweiz: Je nach Sprachregion unterscheiden sich die wissenschaftlichen Referenzkulturen, die jenseits der Sprachgrenzen jeweils wenig bekannt sind (Colombo, 2024). Schon der Begriff „Theorie der Sozialen Arbeit“ bezieht sich im Deutschen, Französischen oder Italienischen nicht unbedingt auf dasselbe. Kurz gesagt und wahrscheinlich etwas zu vereinfacht ausgedrückt: Während deutschsprachig die Theorien der Sozialen Arbeit als theoretische Grundlage einer Bestimmung der Sozialen Arbeit als Disziplin und Profession formuliert werden, indem die Ontologie wie auch der Gegenstand der Sozialen Arbeit definiert und dadurch ihre Einzigartigkeit gegenüber anderen Disziplinen belegt wird, verweist der Begriff französischsprachig häufiger auf epistemologische Standpunkte oder theoretische Ansätze, die nicht nur die Praxis, sondern auch die „Weltanschauung“ begründen und charakterisieren, auf der die Soziale Arbeit beruht.
Mit diesem Call wollen wir zu Beiträgen einladen, die sich mit den derzeit in der Schweiz gelehrten und verwendeten Theorien der Sozialen Arbeit befassen. Ziel ist es, die Gelegenheit dieses Kongresses zu nutzen, um eine Bestandsaufnahme der in der Sozialen Arbeit gelehrten sowie in Forschung und Praxis angewandten Theorien vorzunehmen. Damit soll ein Dialograum für einen gemeinsamen Diskurs geschaffen werden, der es ermöglicht, die Soziale Arbeit in der Schweiz zu stärken.
Mögliche Themen der Beiträge:
- Präsentation einer oder mehrerer Theorie(n) der Sozialen Arbeit, die in Forschung oder Praxis angewendet oder gelehrt werden, sowie die Gründe für diese theoretische Wahl;
- Theoretisch und/oder empirisch fundierte Überlegungen dazu, was eine Theorie der Sozialen Arbeit ausmacht und, im weiteren Sinne, welche Theorien die Soziale Arbeit ausmachen;
- Empirische Analysen der im Berufsfeld der Sozialen Arbeit herangezogenen Theorien, ihrer Grundlagen und ihrer Implikationen für die Profession und Disziplin Sozialer Arbeit;
- Die Verknüpfungen zwischen Theorie(n), Methoden und professionellem Handeln in der Sozialen Arbeit in konkreten und spezifischen Kontexten und Interventionen.
- Möglichkeiten, wie die Forschung die Theorien (in) der Sozialen Arbeit bereichern und zur Professionalisierung der Sozialen Arbeit beitragen kann. Und umgekehrt: wie die Praxis die Theorien der Sozialen Arbeit bereichern kann.
Call der Fachkommission « Alter und Soziale Arbeit »
Die Soziale Arbeit mit und für ältere Menschen wird in der Schweiz gemeinhin unter dem Begriff „Soziale Altersarbeit" gefasst. Eine präzise Definition existiert bislang nicht, doch besteht ein weitgehend geteiltes Grundverständnis: Es handelt sich um ein spezifisches Handlungsfeld der
Sozialen Arbeit, in dem verschiedene Akteur*innen Wissen und Methoden der Sozialen Arbeit auf das Sujet Alter(n) sowie auf die Lebensverhältnisse älterer Menschen anwenden (vgl. Aner & Karl, 2020; Bleck & van Rießen, 2022; Degenaers, 2012; Kühnert & Ignatzi, 2019; Meyer, 2019).
Angesichts des demographischen Wandels und gesellschaftlicher Veränderungsprozesse gewinnt die Forschung zu Kontexten des Alter(n)s zunehmend an Relevanz (vgl. Kaye, 2022; Löffler et al., 2025). Bislang liegt jedoch kaum professionsbezogene Forschung zur Sozialen Arbeit in
Alterskontexten vor. Die spezifischen Kenntnisse, die sich auf ältere Menschen oder die Organisationen beziehen, die sie betreuen, werden in der Sozialen Arbeit als Wissenschaft, Praxis und Ausbildung nach wie vor noch zu wenig thematisiert.
Das Panel richtet den Blick deshalb auf die Ansätze und Methoden, die in der Arbeit mit und in der Forschung zu älteren Menschen tatsächlich zum Einsatz kommen. Dies wirft unter anderem folgende zentrale Fragen auf: Erfordert die Soziale Arbeit mit älteren Menschen besondere
Methoden? Worin bestehen die Besonderheiten dieser Zielgruppe im Vergleich zu anderen Zielgruppen? Welches sind die Grundlagen, das heisst die Entstehungsorte dieser Methoden? Und was bedeutet dies für die Professionalität der Sozialen Arbeit mit älteren Menschen?
Eingeladen sind Beiträge, die sich mit den methodischen Grundlagen der Sozialen Altersarbeit auseinandersetzen. Willkommen sind sowohl empirische Beiträge zu angewandten Methoden in Praxis und Forschung als auch konzeptionelle Arbeiten zur Herkunft, Übertragung und Weiterentwicklung methodischen Wissens im Kontext des Alter(n)s.
Call der Fachkommission « Gesellschaft und Soziale Arbeit »
Die Fachkommission «Gesellschaft und Soziale Arbeit» bearbeitet Frage- und Problemstellungen des Verhältnisses von Gesellschaft und Sozialer Arbeit. Die Entwicklung von Strukturen und Prozesse der Sozialen Arbeit sagt etwas über den gesamtgesellschaftlichen Zustand aus. Zugleich prägen gesellschaftliche Bedingungen die Ausgestaltung sozialarbeiterischer Institutionen, Bedingungen und Handlungen, wie auch die Ausgestaltung von Theorien und Methoden. Die Fachkommission fokussiert auf die gesellschaftliche Rolle der Sozialen Arbeit und setzt sich mit der Frage nach deren Gegenstandsbestimmung auseinander. Hierzu gehören insbesondere Analysen der Fälle, Berufsfelder, Prozesse und Problemlagen, Spannungen, Konflikte und Widersprüche.
Im Panel soll es darum gehen, unter welchen gesellschaftlichen Bedingungen die Orientierung an Methoden und Ansätzen besondere Bedeutung erlangt. Was bedeutet diese Orientierung an professionellen Methoden und Zugängen in einer Gesellschaft, die zunehmend durch Brüche sozialer Integration geprägt ist? Es wäre naheliegender, sich mit der normativen Frage des gesellschaftlichen Zusammenhalts zu beschäftigen. In Anlehnung an die Kritische Theorie erfolgt eine Auseinandersetzung dahingehend, inwiefern die Orientierung an Profession und Methoden eine Reflexion der Gesellschaft auf sich selbst verhindert (Devereux 1967; Graf & Vogel 2010).
Interessierte Personen werden dazu eingeladen, zu dieser Thematik aus theoretischer, empirischer oder praktischer Perspektive ein Paper einzureichen.
Einen Beitrag einreichen
Dieser Kongress der Schweizerischen Gesellschaft für Soziale Arbeit hat zum Ziel, den Austausch auf nationaler, aber auch auf internationaler Ebene rund um die Frage der Methoden und Theorien Sozialer Arbeit zu fördern. Forschende und/oder Fachleute, die einen Beitrag für diesen Kongress eingeben möchten, können sich direkt auf die Ausschreibungen der Fachkommissionen bewerben oder direkt auf die allgemeine Ausschreibung reagieren, wobei sie angeben, in welchem Themenbereich ihr Beitrag angesiedelt sein soll.
Pro Teilnehmer:in werden maximal zwei Vortragsvorschläge angenommen. Sollte ein Beitrag von einer Fachkommission abgelehnt werden, wird der Vortragsvorschlag in den Pool der Vorschläge für den allgemeinen Call aufgenommen und anschliessend vom Organisationskomitee bewertet. Die Beitragsvorschläge können auf Deutsch, Französisch, Italienisch oder Englisch verfasst werden. Sie dürfen maximal 500 Wörter umfassen. Sie müssen bis zum 31.01.2027 über die Conftool-Plattform eingereicht werden.
Es sei darauf hingewiesen, dass das Fehlen eines Aufrufs zur Organisation von Panels (abgesehen von den Fachkommissionen) eine Gruppe interessierter Personen nicht daran hindern sollte, ein solches vorzuschlagen, sofern diese Forscher*innen und/oder Fachleute aus mindestens zwei Sprachregionen stammen und der Bezug zum Thema des Kolloquiums klar erkennbar ist. Vorschläge dieser Art sind direkt per E-Mail an die Organisator:innen unter ssts2027@hetsl.ch zu richten, ebenfalls bis spätestens 31. Januar 2027.

Weitere Informationen unter: https://www.hetsl.ch/ssts-27/
Bibliographie: siehe PDF.

Congrès SGSA-SSTS 2027 | Approches, théories et méthodes. Penser le travail social de demain.
Congrès de la Société suisse de travail social SSTS-SGSA 2027 en collaboration avec la HES-SO
Appel général

La littérature en travail social est aujourd’hui riche de travaux qui tentent tous, à leur manière, de lister, de préciser ou de questionner les théories, les modèles, les pratiques ou les méthodologies à mobiliser en travail social (De Jonckeere, 2010 ; Thole, 2012 ; Lambers, 2023 ; Payne, 2024 ; De Robertis, 2018 ; Stimmer, 2020 ; Spatschek & Kreft, 2023 ; Galuske, 2023 ; Keller, 2026).
Cette capacité à dire les théories et les méthodes du travail social, ou la possibilité de dire l’action méthodologique propre au travail social dans une perspective généraliste, a participé et participe encore de la construction du travail social comme discipline et comme profession (Lorenz, 2008 ; Dominelli, 2009). Dans le contexte suisse, et comme objet de recherche, elle se situe également au cœur du projet scientifique du travail social (par exemple Sommerfeld, 2019 ; Colombo, 2024 ; Repetti, 2025).
Tout en s’inscrivant dans cette perspective générale, cette édition du Congrès de la Société suisse de travail social SGSA-SSTS se propose d’être l’occasion de réfléchir à la manière dont sont mobilisées, par les professionnel·les, ces théories, méthodes ou « techniques » dans le cadre de leurs activités, mais aussi à l’évolution de ces usages et aux innovations. Est-ce lié à des spécificités des publics ? À des injonctions institutionnelles ? Aux évolutions des formations ? Aux transformations du contexte social ou sociétal ? À l’intégration de résultats de recherche ? À des histoires institutionnelles ? À des rapports/collaborations renouvelés avec les publics ? Comment sont pensées « l’efficacité » ou la « pertinence » des approches dans les différents champs du travail social ? Est-ce que ce qui fait aujourd’hui l’unité du travail social est similaire à ce qui en faisait l’unité il y a 30 ans ?
Ce Congrès veut ainsi questionner les méthodes et approches qui se pratiquent et s’enseignent aujourd’hui dans le champ du travail social. Quelles sont les techniques appliquées ou approches défendues et selon quels modèles se construisent les interventions ? Comment se détermine le choix de telle ou telle méthode ? Quels sont les ouvrages ou auteur·ices qui fondent l’intervention sociale dans les différents champs du travail social ? Plus encore, si Malcolm Payne – largement suivis par d’autres auteur·ices – a distingué 3 types de théories qui se conjuguent dans le travail social, à savoir 1) « sur les objectifs du travail social », 2) « sur la manière de faire le travail social », et 3) « sur les publics du travail social », quelle est l’articulation entre ces types de théories ?
La littérature sur les méthodes est, de fait, très peu loquace sur l’articulation de méthodes spécifiques avec différents publics. Dans le travail auprès des migrant·e·s, des personnes âgées, des personnes en probation, dans le domaine de la protection de l'enfance et dans le travail auprès des personnes en situation de handicap ou avec des personnes qui peuvent ou non s’exprimer ce ne sont sans aucun doute pas les mêmes théories ou méthodes qui sont privilégiée. Avec ce questionnement sur la spécificité des méthodes selon les publics, ce Congrès veut interroger la possibilité de modèles méthodologiques propres au travail social et indépendant des contextes institutionnels dans lesquels il s'exerce, et au-delà d’une romantisation d'un travail social qui reposerait essentiellement sur la qualité d'une relation interpersonnelle d'aide forte. Comment penser ensemble, dans l’intervention les méthodes, les spécificités des publics mais aussi les contextes institutionnels ? Et comment rendre compte dans la professionnalité du travail social de dimensions de l’ordre de l’ordinaire, faites de rencontre, de spontanéité, de cordialité, mais aussi de créativité ?
Au-delà de la définition internationale du travail social qui donne peu de prise pour dire ce qu’il est sensé se passer quand prend place du travail social, ce Congrès veut donc être l’occasion de réfléchir aux méthodes d’intervention mises en œuvre aujourd’hui dans les différents champs du travail social.
Pour ce faire, quatre axes pourront être développés :
- État social et institutions : Le travail social s’inscrit dans des politiques publiques, des cadres légaux, et se pratique le plus souvent dans différents types de structures aux mandats spécifiques. Cet axe veut questionner ce que les transformations de l’État social, comme les nouveaux modes de gestion publique, font au travail social, c’est-à-dire comment ils contraignent la possibilité de mobiliser des approches ou de méthodes : comment les transformations de l’État social, des politiques publiques, ou le contexte social transforment-ils la possibilité de mettre en œuvre telle ou telle méthode d’intervention ? De la même manière, comment les contextes institutionnels ou organisationnels (le fait que le travail social soit produit dans des administrations publiques, des organisations privées sans but lucratif ou privées avec but lucratif) influencent le type de travail social qui peut être mise en œuvre ? Plus largement, et si l’on s’intéresse à la mise en œuvre des politiques sociales : comment sont déterminés, par qui, comment, sur quels critères, les moyens/méthodes de la mise en œuvre. Si les autorités politiques fixent le plus souvent des objectifs (niveau stratégique) et s’inscrivent ou disent une vision du monde sur le rôle du travail social, de quelles marges de manœuvre bénéficient les professionnel·les du travail social dans les choix des méthodes concrètes à mettre en œuvre ? Est-ce que les contextes actuels appellent de nouvelles approches ou méthodes ?
- Les publics du travail social, ses évolutions et sa participation : Cet axe questionne l’articulation entre méthodologies et publics spécifiques, mais également les évolutions/innovations méthodologiques en lien avec la transformation ou la participation renouvelée des publics. Si les migrant·es, les personnes âgées, les enfants dans le domaine de la protection de l’enfance ne sont plus accompagné·es de la même manière qu’il y a 20 ans, que dire de ces évolutions, de leurs ressorts, de leurs effets ? Dans une perspective historique assiste-t-on à une convergence ou à une divergence des méthodes pratiquées dans les différents champs d’intervention ?
- Formation en travail social et professionnalisation : Cet axe porte sur la diversité de l’enseignement aujourd’hui proposé dans les hautes écoles de travail social, diversité dont on peut faire l’hypothèse qu’elle renvoie tan à des ancrages disciplinaires variés, à des manières de lire la réalité sociale, de construire les problématiques sociales qu’à la définition privilégiée de la mission du travail social. Compte tenu de la grande diversité des théories relatives à la pratique du travail social, de quels outils les étudiant·es et les praticien·nes bénéficient-ils pour décider de quelles théories ils·elles vont utiliser dans leur pratique ? Comment des associations professionnelles ou d’autres acteurs participent au développement ou à la mise en avant de nouvelles méthodologies ? Comment la question de l’interprofessionnalité vient enrichir / complexifier la formation des travailleur·euses sociales ? Et quelles places donner à l’importance des contextes ou des situations, ainsi qu’aux dimensions relationnelles et singulières dans l’intervention ? Comment penser la place des méthodes sans penser simultanément les manières d’agir du·de la travailleur·se social·e sans écarter des dimensions plus intuitives, corporelles, émotionnelles, faites aussi de spontanéité, de contact, de créativité ?
- Recherche en travail social : Un dernier axe porte plus spécifiquement sur la recherche en travail social. En quoi la recherche peut alimenter les théories et les méthodes d'intervention et en quoi participe-t-elle à la professionnalisation du travail social ? Mais aussi comment la pratique permet-elle également d‘enrichir les méthodes et théories ? De quelle manière les avancées dans le domaine de la recherche sont-elles transposées et transposables sur les terrains du travail social ? Qui sont les acteur·ices de ce dialogue et quel rôle peuvent jouer les étudiant·es en travail social ? Cet axe peut aussi ouvrir des questionnements sur la recherche d’evidence-based practices en travail social, et les limites d’un tel projet. De manière plus large, cet axe doit être l’occasion de réfléchir à la place et au type de recherche proposés dans les cursus en hautes écoles de travail social.
En plus de ces quatre axes généraux, trois commissions spécialisées de la SGSA-SSTS proposent des appels thématiques.
Appel de la commission spécialisée « Théorie »
Aujourd’hui en Suisse, le travail social est reconnu comme une profession et une discipline académique (De Jonckheere, 2013 ; Grand, 2021 ; Libois & Bolzman, 2014 ; Rullac, 2012 ; Sommerfeld, 2010). La reconnaissance de cette discipline est attestée notamment par la formation de niveau tertiaire en travail social, la Conférence suisse des Hautes écoles spécialisées en travail social (SASSA), qui veille à une certaine cohérence de la formation, ainsi que la Société suisse de travail social, membre de l’Académie suisse des sciences humaines. Toutefois, il suffit de jeter un coup d’œil aux programmes de formation offerts par les différentes Hautes écoles de travail social de Suisse pour constater qu’il existe une grande hétérogénéité dans les théories mobilisées pour former les travailleurs et travailleuses sociales (Borrmann, 2016 ; Keller, 2019 ; Staub-Bernasconi, 2010 ; Tabin, 2013).
Comme souligné dans l’appel général du congrès, on peut faire l’hypothèse que cette diversité des théories enseignées et mobilisées dans le champ du travail social « renvoie tant à des ancrages disciplinaires variés, à des manières de lire la réalité sociale, de construire les problématiques sociales qu’à la définition privilégiée de la mission du travail social ». A cela s’ajoute le multiculturalisme de la Suisse : selon les régions linguistiques, les cultures scientifiques de référence diffèrent et sont respectivement peu connues de part et d’autre des frontières linguistiques (Colombo, 2024). Le terme même de « théorie du travail social » ne renvoie pas forcément aux mêmes réalités en allemand, en français ou encore en italien. Dit rapidement et probablement un peu trop simplement, alors que pour les germanophones, les théories du travail social tentent de servir comme fondement théorique pour défendre le travail social comme discipline et profession en définissant l’ontologie ainsi que l’objet du travail social et sa caractéristique unique vis-à-vis d’autres disciplines, pour les francophones, ce terme renvoie plus souvent à des postures épistémologiques ou des approches théoriques fondant non seulement la pratique, mais la « vision du monde » qui fonde et caractérise le travail social.
Cet appel vise à réunir des propositions de communications portant sur les théories du travail social actuellement enseignées et mobilisées en Suisse. L’objectif est de saisir l’occasion de ce congrès pour amorcer un état des lieux des théories enseignées en travail social, mobilisées dans la recherche et dans la pratique pour mieux les comprendre et mieux s’en servir afin de dialoguer et construire un discours commun permettant de renforcer le champ disciplinaire du travail social en Suisse.
Les propositions pourront porter sur :
- La présentation d’une ou plusieurs théorie(s) du travail social mobilisées dans la recherche ou dans la pratique ou enseignée en Suisse et les raisons de ce choix théorique ;
- Des réflexions fondées théoriquement et/ou empiriquement sur ce qui caractérise une théorie du/en travail social et, plus largement, les théories qui constituent la discipline travail social ;
- Des analyses empiriques des théories mobilisées dans le champ professionnel du travail social, leurs fondements et leurs implications pour la pratique et la discipline du travail social ;
- Les articulations entre théorie(s), méthodes et pratiques du travail social, dans des contextes et interventions concrètes et spécifiques ;
- Les manières dont la recherche peut alimenter les théories du/en travail social et dont elle participe à la professionnalisation du travail social. Et inversement, les manières dont la pratique permet d‘enrichir les théories du/en travail social.
Appel de la commission spécialisée « Vieillesse et travail social »
Le travail social avec et pour les personnes âgées est généralement désigné en Suisse par le terme « Altersarbeit » (travail social gérontologique). Une définition précise de cette notion fait défaut, mais il existe une compréhension largement partagée selon laquelle il s'agit d'un champ d'action spécifique du travail social (cf. Aner & Karl, 2020; Bleck & van Rießen, 2022; Degenaers, 2012; Kühnert & Ignatzi, 2019; Meyer, 2019).
Face à l'évolution démographique et aux mutations sociales, la recherche sur les contextes du vieillissement gagne en pertinence pour et par le travail social (cf. Kaye, 2022; Löffler et al., 2025). Il existe cependant à ce jour peu de recherches propres à la profession sur le travail social dans les contextes du vieillissement. La spécificité des connaissances centrées sur les destinataires âgés ou sur les organisations qui les accompagnent pour le travail social en tant que science, pratique et formation restent encore trop peu thématisées.
Ce panel veut ainsi s'intéresser aux méthodes mobilisées dans le travail auprès des personnes âgées, mais aussi dans la recherche qui leur est consacrée. Cela soulève notamment les questions centrales suivantes : le travail social avec les personnes âgées nécessite-t-il des méthodes particulières ? En quoi consistent les spécificités de ce public par rapport à d'autres publics ? Quels sont les fondements, c'est-à-dire les lieux d'élaboration de ces méthodes ? Et qu'est-ce que cela implique pour la professionnalité du travail social auprès des personnes âgées?
Ce panel invite des contributions portant sur les fondements méthodologiques et théoriques du travail social auprès des personnes âgées. Sont les bienvenues aussi bien des contributions empiriques sur les méthodes appliquées dans la pratique et la recherche que des contributions conceptuelles sur l'origine, le transfert et le développement des savoirs méthodologiques dans le contexte de la vieillesse.
Appel de la commission spécialisée « Société et travail social »
La commission spécialisée « Société et travail social » traite des questions et des problématiques relatives à la relation entre la société et le travail social. L’évolution des structures et des processus du travail social fournit des indications sur l’état de la société dans son ensemble. Parallèlement, les conditions sociales influencent l’organisation des institutions, des conditions et des actions du travail social, ainsi que l’élaboration des théories et des méthodes. La commission spécialisée se concentre sur le rôle social du travail social et se penche sur la question de la définition de son champ d’action. Cela comprend notamment l’analyse de cas concrets, de domaines professionnels, de processus et de situations problématiques, ainsi que des tensions, des conflits et des contradictions.
Ce panel aura pour objectif d'examiner dans quelles conditions sociales le recours à des méthodes et à des approches revêt une importance particulière. Il veut être l’occasion d’une réflexion sur les méthodes et les approches professionnelles dans une société de plus en plus marquée par des ruptures en matière d'intégration sociale ; sur la question normative de la cohésion sociale visée ; sur ce que le recours à la profession et à ses méthodes dédouane la société d’une réflexion sur elle-même (Devreux, 1967 ; Graf & Vogel, 2010).
Les personnes intéressées sont invitées à soumettre un papier sur ce thème, sous un angle théorique, empirique ou pratique.
Soumettre une proposition de communication
Ce Congrès de la Société suisse de travail social a pour ambition de favoriser les échanges au niveau national mais aussi international autour de la question des méthodes et théories du travail social.
Le ou la chercheur·euse et/ou professionnel·le intéressé·e à soumettre une contribution à ce Congrès peut déposer sa contribution soit dans le cadre de l’appel général, soit dans le cadre des appels thématiques des commissions spécialisées. Il convient simplement de préciser, au moment du dépôt, l’axe de communication spécifique à l’appel général, ou l’appel thématique de la commission spécialisée dans lequel la proposition de contribution s’inscrit.
Un maximum de deux propositions de communication par participant·e est accepté. En cas de non-acceptation d’une contribution par une commission spécialisée, la proposition de communication sera reversée dans l’ensemble des propositions pour l’appel général et sera alors évaluée par le comité d’organisation. Les propositions de contribution peuvent être rédigées en allemand, français, italien ou anglais. Elles doivent comprendre un maximum de 500 mots. Elles doivent être soumises via la plateforme Conftool jusqu'au 31.01.2027.
L’absence d’appel à l’organisation de panel (hors commissions spécialisées) ne doit pas empêcher un groupe organisé d’en proposer un, pourvu qu’il intègre des chercheur·euses et/ou professionnel·les d’au moins deux régions linguistiques, et que le lien avec la thématique du colloque soit explicite. Ce type de proposition doit être adressé directement aux organisateur·ices par email à ssts2027@hetsl.ch, également pour le 31 janvier 2027 au plus tard.
Pour plus d'informations : Weitere Informationen unter: https://www.hetsl.ch/ssts-27/
Bibliographie: voir PDF.

